IPIP-NEO

Gewissenhaftigkeit · Facette C1

SelbstwirksamkeitC1

Selbstwirksamkeit beantwortet eine einzige Frage, und zwar bevor die Arbeit anfängt: Schaffe ich das? Gemessen wird damit eine Prognose über dich selbst und nicht der Bericht über Erledigtes. Hohe Werte greifen zu, solange der Ausgang offen ist. Niedrige Werte suchen zuerst den Beleg, dass es reichen wird.

  • Erste Facette der Gewissenhaftigkeit
  • 10 Aussagen, vier davon invertiert
  • Im Schnitt 38,8 von 50 Punkten
  • Kostenloser Test, ohne Anmeldung

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Was hinter dieser Zahl steckt

Die zehn Aussagen kreisen darum, ob du zu Ende bringst, was du übernimmst, ob dir Aufgaben leicht von der Hand gehen und ob dir Lösungen einfallen, die tragen. Was keine einzige von ihnen prüft, ist die Treffsicherheit dieser Einschätzung. Abgefragt wird deine eigene Vorhersage, und die entscheidet nicht über das Ergebnis, sondern über den Zeitpunkt, an dem du anfängst.

Zu Hause ist die Skala in der Gewissenhaftigkeit, der Dimension des Planens, der Anstrengung und des Zuendebringens, und mit deren Gesamtwert läuft sie zu 0,73 mit. Die anderen fünf Facetten beschreiben, was mit einer Aufgabe geschieht; diese hier beschreibt, was du dir vor dem ersten Handgriff zutraust. Ihre stärkste Verbindung außerhalb der eigenen Dimension trägt ein Minus: minus 0,66 mit der Verletzlichkeit.

Mit sich selbst gehen die Teilnehmer hier großzügig um, und zwar erstaunlich einmütig. Über 135.947 Profile hinweg liegt der Mittelwert bei 38,8 von 50, dem zweithöchsten dieser Dimension nach dem Pflichtbewusstsein, und die Antworten drängen sich enger um ihn als bei jeder anderen Facette außer der Aktivität. Menschen, die sich für untauglich halten, kommen in Gesprächen häufiger vor als in dieser Verteilung.

In der Fachliteratur trägt dieselbe Skala meist den Namen Kompetenz, und das benachbarte Konzept der allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung deckt fast dasselbe Gebiet ab. Unsere Aussagen stammen aus dem frei verfügbaren IPIP-Bestand von Johnson und nicht aus einem geschützten Fragebogen.

Womit dieser Wert verwechselt wird

Kaum eine Facette teilt ihren Namen so unmittelbar mit einer berühmten Theorie, und zwei weitere Begriffe liegen auf demselben Gebiet. Jede der drei Verwechslungen verschiebt, worüber die Zahl auf dieser Seite überhaupt Auskunft gibt.

Selbstwirksamkeit nach Bandura

Den Begriff hat Albert Bandura geprägt, und bei ihm meint er den Glauben an genau eine Aufgabe: diese Prüfung, dieser Vortrag, diese Reparatur. Ein solcher Glaube wächst mit der Übung, und er kann in einem Gebiet hoch und im Nachbargebiet niedrig ausfallen. Unsere Skala fragt nach keiner einzelnen Aufgabe, sondern nach der Grundeinstellung, mit der jemand quer durch sein Leben antritt.

Selbstwertgefühl

Beim Selbstwertgefühl geht es um den eigenen Wert, bei dieser Facette um die eigene Tauglichkeit, und bei gewöhnlichen Menschen gehen die beiden auseinander. Jemand kann sicher sein, den Montag zu bewältigen, und sich trotzdem nicht besonders mögen; der umgekehrte Fall kommt genauso oft vor. Ein Wert hier sagt, wie fähig du dich fühlst, und nicht, wie viel du dir wert bist.

Verletzlichkeit (N6)

Die Verletzlichkeit hält fest, was Druck aus einem Menschen macht: ob der Kopf klar bleibt, sobald eine Lage schwierig wird. Sich fähig zu fühlen und unter Last ruhig zu bleiben bilden das festeste Paar, das diese Facette außerhalb ihrer Dimension hat, minus 0,66, enger als ihre Verbindung zu vier ihrer fünf Schwestern. Wer in der Krise auseinanderfällt, kommt durch die übrigen elf Monate trotzdem ohne Stolpern.

Vor der neuen Aufgabe trennen sich die Wege

Keine der beiden Lesarten ist die bessere. Die eine kauft einen frühen Start und zahlt an den Rändern, die andere kauft Genauigkeit und zahlt mit Verspätung.

Hohe Selbstwirksamkeit: die Prognose stimmt, also fängst du an

Du rechnest damit, dass es reicht, und legst los, bevor der Boden geprüft ist; zum Teil erfüllt sich die Erwartung dadurch von selbst, denn ein früher Start lässt Zeit zum Nachbessern. Druck trifft dich ruhiger als die meisten, und deshalb wandern schwierige Sachen von allein zu dir. Die Rechnung kommt, wenn die Prognose danebenlag, und Hilfe, die in Reichweite stand, bleibt ungefragt stehen.

  • Du sagst zu, bevor du weißt, wie du es machen wirst
  • Ein Rückschlag ist für dich eine Aufgabe und kein Urteil
  • Nach Hilfe zu fragen fällt dir spät ein, wenn überhaupt

Du trägst eine stille Gewissheit in dir, dass du es herausfinden wirst, was auch immer es ist. Dieser Glaube erfüllt sich selbst: du fängst früher an, bleibst länger dran und gerätst seltener in Panik.

Niedrige Selbstwirksamkeit: erst der Beleg, dann die Zusage

Vor unbekannter Arbeit denkst du zuerst, dass es vielleicht nicht reicht, also suchst du Anhaltspunkte, bevor du dich festlegst. Diese Gewohnheit hält dich genau: Deine Zusagen tragen, und du lässt selten jemanden mit einem Ergebnis sitzen, das du vorher groß angekündigt hast. Bezahlt wird der Abstand zwischen dem, was du kannst, und dem, wofür du dich meldest.

  • Du bereitest länger vor, als die Sache am Ende verlangt
  • Lob für Fertiges buchst du auf das Konto des Zufalls
  • Deine Vorsicht wird als Grenze gelesen, die es nicht gibt

Vor einer neuen Aufgabe ist dein erster ehrlicher Gedanke oft, dass du es vielleicht nicht schaffst. Meistens schaffst du es doch: deine Prognosen über dich sind pessimistischer als deine Bilanz.

Vier von zehn Profilen stehen im mittleren Band, zwischen 37 und 41 Rohpunkten. Von dort folgt die Zuversicht dem Boden unter den Füßen: Vertrautes beginnt sofort, Unbekanntes bekommt zuerst eine Pause und einen zweiten Blick.

Niedrig, durchschnittlich und hoch folgen der Perzentilteilung 30/40/30 von Johnson und keiner Schwelle für Können. Festgehalten wird, was du dir zutraust: Ein niedriger Wert ist eine Prognose und keine Decke, und darüber, wie eine bestimmte Sache ausgeht, sagt die Skala nichts voraus.

Wie sich die Punkte verteilen

Der Rohwert kann hier nicht kleiner als 10 und nicht größer als 50 werden, denn hinter ihm stehen zehn Antworten mit je einem bis fünf Punkten. Die Kurve darunter ist aus 135.947 fertigen Durchgängen der langen Fassung gezeichnet und steht weiter rechts als die meisten Facettenkurven dieses Tests.

Wichtige Perzentile als Tabelle
PerzentilRohwert
1032
2536
5040
7543
9046

Die Hälfte aller Profile fällt zwischen 35 und 43 Punkte, und rohe 38 landen auf dem 41. Perzentil: Die Zahl klingt solide und liegt doch knapp unter der Mitte der Stichprobe. Das obere Drittel öffnet sich bei 42. Ein Perzentil vergleicht dich mit Testteilnehmern deines Geschlechts und deines Alters.

Männer, Frauen und die Jahre

Die Gruppenmittelwerte gehen auf dieser Skala weniger auseinander als auf den meisten anderen, und gerade deshalb lassen sich die kleinen Unterschiede ohne Übertreibung lesen.

Männer kommen im Mittel auf 39,1 Punkte, Frauen auf 38,5: 0,6 Punkte Abstand auf einer Spanne von 40, und die Richtung ist die seltene. Dies ist eine von sechs Facetten unter dreißig, bei denen die Männer vorn liegen. Das Alter wiegt schwerer: Männer steigen von 37,9 unter 21 Jahren auf 40,8 in der Gruppe von 41 bis 60, Frauen von 37,4 auf 40,5. Hinter der ältesten Zelle stehen je Geschlecht nur rund 250 Menschen, ihr leichter Rückgang bleibt darum ein Hinweis und kein Befund.

Selbstwirksamkeit unter ihren fünf Schwestern

Die sechs Facetten dieser Dimension erledigen verschiedene Arbeiten, und diese hier arbeitet vor allen anderen: Sie entscheidet, ob eine Aufgabe überhaupt angenommen wird. Am nächsten steht ihr das Leistungsstreben mit 0,67, danach folgen Selbstdisziplin mit 0,59, Pflichtbewusstsein mit 0,48, Besonnenheit mit 0,42 und die Ordnungsliebe mit 0,27.

Wo das im Alltag zu sehen ist

Bei der Arbeit

Bei der Arbeit zeigt sich die Facette daran, wer nach der unbekannten Aufgabe greift. Hohe Werte melden sich, während die Form der Sache noch unklar ist, und ihre Ruhe wird lange vor dem ersten Ergebnis als Können gelesen. Genau dort sitzt auch die Falle: Die Schätzung, die zuversichtlich klang, prüft niemand nach. Niedrige Werte geben Schätzungen ab, die halten, und sehen dabei zu, wie die Aufgabe zu dem geht, der sicherer geklungen hat.

Mit Menschen

Unter Menschen entscheidet das Merkmal still darüber, von wem erwartet wird, dass er die Sache regelt. Wer hoch liegt, wird gerufen, sobald ein Plan zusammenfällt, und diese Last kommt an, ohne dass jemand beschlossen hätte, sie weiterzugeben. Wer niedrig liegt, verspricht weniger und hält es; ein Partner kann den beständigen Selbstzweifel allerdings als wöchentliche Aufforderung hören, dagegen anzureden.

In deiner Entwicklung

Für die eigene Entwicklung liegt der nützliche Schritt an beiden Enden woanders. Oben besteht er darin, die Prognose gegen das tatsächliche Ergebnis zu halten, denn ungeprüfte Zuversicht wird genau einmal richtig teuer. Unten besteht er im Zählen des bereits Erledigten, weil die eigene Bilanz fast immer besser ausfällt als die Erwartung, die ihr vorausging.

Wie viel davon steht fest?

Wer zwei Kinder derselben Eltern nebeneinanderstellt, sieht die Frage in klein: ein Haushalt, eine Küche, ein Nachname, und trotzdem trauen die beiden sich sehr Verschiedenes zu. Die Zahlenantwort darauf fällt seit Jahrzehnten ähnlich aus: Ungefähr die Hälfte der Unterschiede zwischen Menschen geht auf die Anlage zurück, und vom Rest zieht das Eigene stärker als das gemeinsame Wohnzimmer. Der verbleibende Spielraum ist echt und auf dieser Skala sichtbar: Das Niveau steigt durch das Erwachsenenleben, die Reihenfolge der Menschen bleibt ungefähr bestehen.

Was eine Prognose verschiebt, sind Belege, gegen die sich nicht argumentieren lässt. Zuversicht aus abgeschlossenen Sachen hält, und dazu passt die Form unserer Alterskurve: Am steilsten läuft sie durch die Jahre, in denen Verantwortung dazukommt. Verglichen werden dabei verschiedene Menschen verschiedenen Alters und nicht ein Leben im Verlauf, die Steigung ist also eine Tendenz.

Eine einzelne Zahl lässt die interessante Frage offen. Hohe Selbstwirksamkeit neben hohem Leistungsstreben ergibt ein anderes Leben als hohe Selbstwirksamkeit neben niedriger Selbstdisziplin, und die zweite Paarung erkennen die meisten Menschen eher bei sich.

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Woraus die Zahl entsteht

Die lange Fassung misst die Selbstwirksamkeit mit 10 Aussagen, die kurze mit 4. Sechs der zehn sind geradeaus formuliert und vier invertiert; in der Kurzfassung stehen alle vier geradeaus, da ist also nichts zu drehen. Jede Antwort zählt 1 bis 5 Punkte, invertierte Items werden vor dem Zusammenzählen gedreht, und die Summe wird an der Normtabelle für dein Geschlecht und deine Altersgruppe abgelesen. Alpha liegt bei 0,83 für die lange und bei 0,78 für die kurze Fassung.

IPIP-NEO-300Aussagen: 10Zuverlässigkeit, Alpha 0.83Stichprobe: 135.947
IPIP-NEO-120Aussagen: 4Zuverlässigkeit, Alpha 0.78Stichprobe: 385.801

Alpha zeigt, wie gut die Aussagen einer Skala zusammenpassen. In der Forschung gilt ab 0,70 als solide. Wir haben diese Werte selbst aus den offenen Daten von Johnson berechnet, sie lassen sich mit den veröffentlichten vergleichen.

Der Wortlaut der Aussagen bleibt mit Absicht von dieser Seite fern. Wer die Items vorher gelesen hat, antwortet anders als jemand, der ihnen zum ersten Mal begegnet, deshalb erscheinen sie erst im laufenden Test.

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Rate, bevor du misst

Setz die Markierung dorthin, wo du dich neben anderen Testteilnehmern vermutest, beantworte danach die Aussagen und vergleiche. Der Abstand zwischen Schätzung und Ergebnis trägt auf dieser Skala oft mehr Information als der Wert selbst.

50
Erst Belege, dann StartIch rechne mit Gelingen
Deine Schätzung
50 von 100Durchschnittlich

0 heißt niedriger als fast alle, die den Test gemacht haben, 100 heißt höher als fast alle.

Das ist eine Schätzung, keine Messung. Der Test vergleicht deine Antworten mit Normen echter Menschen.

Häufig gestellte Fragen

Ist das dasselbe wie die Selbstwirksamkeit nach Bandura?

Nicht ganz. Bei Bandura hängt der Glaube an einer bestimmten Aufgabe und bewegt sich, während du diese Aufgabe übst. Die Facette der Big Five ist die allgemeine Einstellung, über die jemand für sein ganzes Leben berichtet, und sie verhält sich wie ein Merkmal: über Jahre stabil.

Heißt ein hoher Wert, dass ich wirklich etwas kann?

Nein. Die Skala liest einen Selbstbericht darüber, wie fähig du dich fühlst, und gleicht ihn mit nichts ab. In den meisten Leben laufen Zuversicht und Können zusammen, vor allem weil Fertiges die Prognose füttert. Wie gut deine Erwartungen zu deinen Ergebnissen passen, weißt allein du.

Welcher Wert ist auf dieser Facette der gute?

Es gibt ihn nicht. Ein hoher Wert kauft schnelle Anfänge und Ruhe unter Last und zahlt mit ungeprüften Schätzungen, ein niedriger kauft Zusagen, die halten, und zahlt mit verpassten Gelegenheiten. Aussagekräftig wird die Zahl ohnehin erst neben ihren Nachbarn.

Warum sind 38 von 50 Punkten nur Durchschnitt?

Weil sich fast alle für fähig halten. Der Mittelwert der Stichprobe liegt bei 38,8, dem zweithöchsten der Gewissenhaftigkeit, und die Antworten drängen sich eng um ihn. Rohe 38 stehen deshalb auf dem 41. Perzentil, und das obere Drittel beginnt erst bei 42. Zu lesen sind Perzentile und nicht Rohsummen.

Lässt sich Selbstwirksamkeit steigern?

Bei den meisten Menschen steigt sie im Lauf des Erwachsenenlebens, zwischen unserer jüngsten Gruppe und dem Band von 41 bis 60 um etwa drei Punkte. Was sie bewegt, ist offenbar erledigte Arbeit und nicht Zuspruch, denn die Prognose folgt der Bilanz. Gerechnet wird dabei in Jahren.

Wie zuverlässig ist eine Skala aus zehn Aussagen?

Wir haben Alpha bei 0,83 für die Fassung mit zehn Aussagen und bei 0,78 für die mit vier gerechnet, beides an den offenen Daten von Johnson. Den Schnitt auf vier Items verträgt diese Skala besser als die meisten, bezahlt wird das Tempo trotzdem mit Genauigkeit auf Facettenebene.

Sieh nach, wo deine Prognose steht

Den langen Test gibt es mit 300 Aussagen und den kurzen mit 120, pro Facette sind das zehn beziehungsweise vier. Alle dreißig Facetten kommen in beiden Fällen zurück, bezahlen musst du nichts, und dein Perzentil liegt in dem Moment vor, in dem du die letzte Aussage beantwortet hast.

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