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Extraversion · Facette E4

AktivitätE4

Aktivität ist das Tempo eines Lebens: wie schnell du durch einen Tag gehst und wie voll du ihn haben willst. Hohe Werte halten mehrere Dinge in Gang und mögen keinen leeren Nachmittag. Niedrige halten eine ruhige Geschwindigkeit und lassen einen langsamen Tag langsam bleiben.

  • Vierte Facette der Extraversion
  • 10 Aussagen, davon 5 umgekehrt
  • Engste Streuung aller 30 Facetten
  • Kostenlos, ohne Anmeldung

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Was diese Skala unter Tempo versteht

Gemessen wird das Tempo und nicht der Ertrag. Die Aussagen fragen, ob du meistens in Bewegung bist, ob dir ein voller Tag lieber ist als ein offener und ob Leerlauf dich eher erholt oder eher unruhig macht. Keine einzige von ihnen berührt, was am Ende dabei herauskommt oder wie fit dein Körper ist. Die Skala liest die Geschwindigkeit, auf die ein Leben von allein zurückläuft, sobald niemand es antreibt.

Innerhalb der Extraversion ist diese Facette der Sonderfall, und die Zahlen sagen es unverblümt. Zur eigenen Dimension reicht sie nur auf 0,50 und auf 0,35 ohne die eigenen Antworten im Dimensionswert; damit steht sie fast am unteren Ende der 30 Facetten. Ihre drei stärksten Verbindungen im Test führen hinaus in die Gewissenhaftigkeit: 0,58 zum Leistungsstreben, 0,55 zur Selbstdisziplin und 0,44 zur Selbstwirksamkeit.

Ein Wert beschreibt eine Ruhegeschwindigkeit und keine Lebensphase. Ein Säugling im Haus oder ein Umzug hält jeden Menschen ein Jahr lang auf Trab, eine lange Krankheit bremst jeden. Diese Skala meint das Tempo, in das du zurückfällst, sobald der Druck nachlässt, und es verschiebt sich über Jahre nur wenig.

Englisch heißt die Skala Activity Level, in Fachtexten steht sie meist verkürzt als Activity, und die Temperamentsforschung beschreibt dasselbe Gebiet als Tempo oder Vigour. Unsere Aussagen stammen aus dem frei veröffentlichten IPIP-Fundus und aus keinem lizenzierten Fragebogen.

Drei Nachbarn, die für Tempo gehalten werden

Der Name dieser Skala klingt nach mehreren Dingen, die sie gerade nicht misst. Drei davon stehen so nah, dass sie einen Wert in die falsche Richtung ziehen.

Sport und Fitness

Im Deutschen ist das Wort Aktivität weitgehend an den Körper vergeben: Schrittzähler und Arztfragebögen meinen damit Bewegung und Belastung. Diese Skala meint beides nicht. Eine Marathonläuferin, deren Woche ansonsten ruhig verläuft, landet im unteren Band, und wer nie trainiert, aber ständig etwas vorhat, kommt oben heraus.

Leistungsstreben (C4)

Tempo ist keine Richtung. Das Leistungsstreben zielt auf etwas und schiebt nach, bis es erreicht ist, und es gehört in die Gewissenhaftigkeit. Mit 0,58 laufen die beiden enger zusammen als diese Facette mit irgendetwas sonst im Test, daher die Unschärfe. In der Lücke dazwischen stehen die Bewegung ohne Ziel und das langsame Vorhaben, das genau auf eines zuläuft.

Ein voller Kalender

Umstände füllen eine Woche aus Gründen, die mit dem Charakter nichts zu tun haben: Kleine Kinder oder ein hartes Prüfungsjahr lassen auch dem ruhigsten Menschen keinen freien Abend. Gefragt wird hier etwas anderes, nämlich was mit einem leeren Nachmittag passiert, sobald es ihn wieder gibt. Ihn zu füllen und ihn zu verteidigen sind zwei Neigungen, und der Terminkalender zeigt keine davon.

Schnelles Tempo, ruhiges Tempo

Die Skala läuft von einem Leben in Bewegung bis zu einem Leben ohne Eile. Kein Ende ist gesünder, und keines bringt mehr zu Ende. Verschieden ist, wohin die Kraft geht und was der Alltag dafür bezahlt.

Hohe Werte: der Tag bleibt in Bewegung

Bei dir laufen mehrere Dinge gleichzeitig, und dir ist genau das lieber. Warten langweilt, also werden die Lücken benutzt, und ein Raum wird schneller, sobald du darin stehst. Bezahlt wird das bei der Erholung: Eine leere Stunde sieht nach Verschwendung aus statt nach Pause, und das Aufhören braucht eine Entscheidung, die das Anfangen nie braucht.

  • Ein freier Nachmittag ist verplant, bevor er da ist
  • Du gehst schneller als der Mensch neben dir
  • Wartezeit wird bei dir zur zweiten Aufgabe
  • Pause gibt es dann, wenn sie im Kalender steht

Bewegung ist dein Ruhezustand. Ein voller Tag gibt dir mehr Energie, als er nimmt, und Stillstand ist das Einzige, was dich wirklich müde macht.

Niedrige Werte: eins nach dem anderen

Du hältst eine ruhige Geschwindigkeit und fühlst dich selten hinter ihr zurück. Weniger überflüssige Wege, weniger halb fertige Sachen und eine Ruhe, die andere sich in einer schlechten Woche bei dir ausleihen. Die Rechnung kommt in schnellen Räumen: Ein Tempo, das nie steigt, wird als geringes Interesse gelesen, und ein kurzes Zeitfenster kann zugehen, während du deinen Rhythmus behältst.

  • Ein leerer Tag im Kalender zählt als guter Tag
  • Du fängst später an und bist etwa gleichzeitig fertig
  • Zwei Sachen auf einmal fühlen sich nach keiner an
  • Dein Tempo wird gelegentlich für Desinteresse gehalten

Du lebst in einem bedachten Tempo. Ohne Eile heißt nicht unproduktiv: du bewegst dich langsamer und verschwendest weniger Bewegungen.

Im mittleren Band stehen etwa vier von zehn Profilen, und es wohnt sich dort bequem. Volle Strecken und stille kommen beide vor, das Tempo richtet sich danach, was der Monat verlangt, und keiner der beiden Zustände fühlt sich falsch an.

Die Bänder niedrig, durchschnittlich und hoch folgen der Konvention 30/40/30 aus Johnsons Perzentilnormen. Gemessen wird die Geschwindigkeit eines Lebens und nicht sein Wert: Ein ruhiges Tempo ist keine Faulheit, und ein schnelles ist noch keine Leistung.

Wo die Werte tatsächlich liegen

Zehn Antworten ergeben den Rohwert, der deshalb von 10 bis 50 Punkten läuft. Die Kurve darunter stammt aus 135.947 Durchgängen der langen Fassung und ist die engste unter allen 30 Facetten: Die Werte bleiben im Schnitt 5,7 Punkte vom Mittelwert entfernt, bei Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit sind es 9.

Wichtige Perzentile als Tabelle
PerzentilRohwert
1024
2527
5031
7535
9038

Die mittlere Hälfte aller Profile fällt zwischen 27 und 35 Punkte, in der Mitte steht 31. Rohe 30 Punkte sind für einen Mann das 54. Perzentil und für eine Frau das 43. Ein Perzentil sagt, wie viele Teilnehmer deines Geschlechts und Alters unter dir liegen, und vergleicht dich nicht mit der Bevölkerung.

Geschlecht und Alter

Zwischen den Geschlechtern liegt auf dieser Skala wenig. Spannend wird das Alter, denn an dieser Stelle läuft die Facette gegen ihre eigene Dimension.

Frauen kommen im Mittel auf 31,01 Punkte, Männer auf 29,58, also 1,4 Punkte Abstand auf einer Spanne von 40 und damit Mittelfeld unter den 30 Facetten. Das Alter zieht dagegen nach oben: Männer gehen von 28,9 unter 21 auf 30,9 in der Gruppe von 41 bis 60, Frauen von 30,5 auf 31,7. Die Extraversion insgesamt fällt über dieselben Jahre von 201 auf 191 bei den Männern und von 208 auf 192 bei den Frauen.

Diese Facette unter den sechs der Extraversion

Von den sechs sitzt keine so locker in ihrer Dimension wie diese. Der nächste Nachbar im eigenen Haus ist das Durchsetzungsvermögen mit 0,49, danach folgen Herzlichkeit mit 0,30 und Geselligkeit mit 0,28, also schon weit weg. Die engste Gesellschaft hält sie zur Selbstdisziplin und zum Leistungsstreben aus der Gewissenhaftigkeit.

Tempo im Alltag

Bei der Arbeit

Bei der Arbeit ist ein hohes Tempo das Erste, was Kollegen bemerken, und das Letzte, was jemand misst. Kleine Vorgänge sind bei dir erledigt, während andere sie noch öffnen. Das Risiko ist ein Tag, der an dem hängt, was sich gerade bewegt, statt an dem, was zählt: Die Skala liefert Energie und keine Richtung. Ein ruhiges Tempo kauft dafür gleichmäßige Ergebnisse und weniger Fehler aus der Eile.

Mit Menschen

In einem gemeinsamen Haushalt stößt man auf Tempo häufiger als auf alles andere in dieser Dimension. Hohe Werte planen das Wochenende, schlagen den Spaziergang vor und halten einen unverplanten Sonntag für ein Problem, was für die eine Person Gesellschaft ist und für die andere Druck bedeutet. Niedrige Werte geben unaufgeregte Aufmerksamkeit, und wer Nähe vor allem über gemeinsame Unternehmungen zeigt, liest darin leicht Unwillen.

In deiner Entwicklung

Beide Enden gewinnen wenig dabei, das jeweils andere nachzumachen, denn das Tempo bewegt sich kaum. Am schnellen Ende lautet die Frage nicht, wie man langsamer wird, sondern wofür die Bewegung da ist: Tempo mit klarem Ziel bringt viel hervor, Tempo ohne Ziel wird teuer und macht müde. Am ruhigen Ende liegt der Gewinn darin, früh zu erkennen, was eine Frist hat, und genau das vorzuziehen.

Lässt sich das Tempo ändern?

Ein Grundtempo wird zu einem guten Teil mitgebracht. Für Merkmale dieser Familie kommen Zwillingsuntersuchungen beim erblichen Anteil regelmäßig auf knapp die Hälfte der Streuung, und der Rest hängt weniger am gemeinsamen Elternhaus als an allem, was zwei Kindern unter demselben Dach nicht gleichermaßen widerfährt. Fest zugeteilt ist damit nichts, nur langsam: Setzt man dieselben Menschen zehn Jahre später wieder nebeneinander, stehen sie meist in derselben Reihenfolge.

Die Alterslinie dieser Skala zeigt nach oben, und damit steht die Facette in ihrer eigenen Dimension quer. Männer gewinnen in unseren Normen von der jüngsten bis zur Gruppe der 41- bis 60-Jährigen rund zwei Punkte, Frauen gut einen, während die Extraversion insgesamt neun Punkte bei den Männern und sechzehn bei den Frauen abgibt. Nebeneinander stehen dabei verschiedene Menschen zum gleichen Zeitpunkt und nicht dieselben über Jahrzehnte, deshalb ist die Linie ein Gruppenbild und keine Prognose.

Eine einzelne Zahl sagt nicht, woran dein Tempo hängt. Hohe Aktivität neben hoher Selbstdisziplin baut über Jahre etwas auf, dasselbe Tempo neben niedriger fängt vieles an und bringt weniger davon zu Ende. Genau solche Paarungen liest die bezahlte Auswertung.

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So kommt dein Wert zustande

In der langen Fassung stehen 10 Aussagen hinter dieser Facette, in der kurzen 4. Bei fünf der zehn ist die Richtung gedreht: Wer dort zustimmt, senkt seinen Wert. Pro Antwort zählen 1 bis 5 Punkte, die invertierten werden vor dem Addieren gedreht, und aus der Summe zwischen 10 und 50 macht die Normtabelle für Geschlecht und Altersgruppe ein Perzentil.

IPIP-NEO-300Aussagen: 10Zuverlässigkeit, Alpha 0.73Stichprobe: 135.947
IPIP-NEO-120Aussagen: 4Zuverlässigkeit, Alpha 0.70Stichprobe: 385.801

Alpha zeigt, wie gut die Aussagen einer Skala zusammenpassen. In der Forschung gilt ab 0,70 als solide. Wir haben diese Werte selbst aus den offenen Daten von Johnson berechnet, sie lassen sich mit den veröffentlichten vergleichen.

Welche Sätze das genau sind, verrät diese Seite mit Absicht nicht. Sobald jemand das Ziel einer Skala kennt, verschiebt sich seine Antwort, deshalb bekommst du die Items erst im laufenden Durchgang zu sehen.

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Erst schätzen, dann nachmessen

Schieb den Regler dorthin, wo du dein Alltagstempo neben anderen Menschen vermutest, und mach danach den Test. Beim Tempo liegen viele daneben, weil sie sich mit dem engsten Umfeld vergleichen und nicht mit dem Durchschnitt.

50
Ohne EileImmer unterwegs
Deine Schätzung
50 von 100Durchschnittlich

0 heißt niedriger als fast alle, die den Test gemacht haben, 100 heißt höher als fast alle.

Das ist eine Schätzung, keine Messung. Der Test vergleicht deine Antworten mit Normen echter Menschen.

Häufige Fragen

Misst Aktivität, wie viel Sport ich treibe?

Nein. Fitnessuhren und Gesundheitsfragebögen benutzen denselben Namen für etwas anderes, nämlich für Bewegung und Belastung des Körpers. Die Persönlichkeitsskala meint das Tempo und die Fülle eines gewöhnlichen Tages. Keine der zehn Aussagen berührt Sport, Schritte oder Kondition.

Warum gehört eine Tempo-Facette zur Extraversion?

Historisch, weil beim Zusammenstellen der Dimension die energiegeladene Sprache neben der geselligen auftauchte. Unsere Zahlen sagen, dass die Passung locker ist: 0,50 zur Extraversion, schwächer als bei fast allen anderen Facetten, und die stärksten Linien führen in die Gewissenhaftigkeit. Ein vielbeschäftigter introvertierter Mensch ist ein gewöhnliches Profil.

Heißt ein hoher Wert, dass ich mehr schaffe?

Er heißt, dass mehr in Bewegung ist, und das ist eine andere Aussage. Das Fertigwerden gehört überwiegend zur Selbstdisziplin und zum Leistungsstreben, und erst die Kombination entscheidet: Ein schnelles Tempo mit klarem Ziel bringt eine Menge hervor, dasselbe Tempo ohne Ziel vor allem eine Menge Anfänge.

Wird man mit den Jahren langsamer?

Auf dieser Skala nicht, und das ist die Überraschung in den Daten. Männer legen von der jüngsten Gruppe bis zu den 41- bis 60-Jährigen rund zwei Punkte zu, Frauen gut einen, während die Extraversion insgesamt neun Punkte bei den Männern und sechzehn bei den Frauen abgibt. Das Tempo hält sich, die Lust auf viel Gesellschaft nimmt ab.

Warum liegen die Werte hier so eng beieinander?

Weil die Streuung mit 5,7 Punkten die engste unter allen 30 Facetten ist, bei Reizbarkeit und Niedergeschlagenheit sind es 9. Praktisch bedeutet das: Wenige Rohpunkte verschieben dich um viele Perzentile. Die mittlere Hälfte aller Profile liegt zwischen 27 und 35 Punkten, und drei Punkte mehr bewegen dich im Vergleich weiter als auf einer breiten Skala.

Wie zuverlässig ist diese Skala?

Auf Johnsons offenen Daten haben wir Alpha mit 0,728 für die zehn Aussagen und mit 0,703 für die vier gerechnet. Der Wert der langen Fassung ist der niedrigste aller 30 Facetten, weil Tempo, Betriebsamkeit und Rastlosigkeit zusammenhängen, ohne dasselbe zu sein. Brauchbar bleibt sie damit, die lockerste im Test ist sie trotzdem.

Tempo messen statt schätzen

Dreißig Facetten, in der langen Fassung je zehn Aussagen und in der kurzen je vier. Nichts zu bezahlen, kein Konto anzulegen, und dein Perzentil für das Tempo steht am Ende neben den 29 übrigen.

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