Was hier gemessen wird
Erlebnishunger misst, wie stark ein Reiz sein muss, bevor er bei dir überhaupt etwas auslöst. Die Aussagen kreisen um Lärm, Tempo, Menschenmengen, grelle Orte und den Zug, etwas Riskantes allein des Gefühls wegen zu tun. Keine einzige fragt, ob du diesem Zug auch nachgibst. Gemessen wird der Appetit und nicht die Mahlzeit.
Die Facette gehört zur Extraversion, neben Herzlichkeit, Geselligkeit und Aktivität, und sie sitzt in dieser Familie auffällig locker: Mit dem Rest der eigenen Dimension läuft sie nur zu 0,48 mit. Ein sehr geselliger Mensch kann sich also nichts Lauteres wünschen als ein langes Abendessen. Die kräftigste Zahl auf ihrer Karte gehört ohnehin keiner Schwester: Mit der Besonnenheit, die drüben in der Gewissenhaftigkeit wohnt, steht sie bei minus 0,57.
Ein Wert beschreibt ein Grundniveau und keine Saison. Derselbe Flur langweilt nach einem Monat jeden, und nach einer lauten Woche hat umgekehrt auch jeder genug. Die Skala hält die Höhe fest, auf die der Appetit nach beidem zurückkommt. Ausgerechnet diese Höhe ist auf dieser Seite das Einzige, was sich über ein Leben deutlich verschiebt, und sie verschiebt sich bei fast allen in dieselbe Richtung.
In der Forschung heißt dasselbe Gebiet meist Sensation Seeking, nach den Arbeiten von Zuckerman; auf Deutsch liest man auch Reizsuche oder Sensationslust. Unsere Items stammen aus dem frei verfügbaren IPIP-Satz von Johnson.