Was diese Skala misst
Ängstlichkeit im Big Five misst, wie leicht Körper und Kopf in Alarmbereitschaft wechseln. Die Aussagen fragen nach Sorge, Anspannung, Unruhe und dem Gefühl, dass gleich etwas Unangenehmes passiert. Die Skala sagt nichts darüber, ob deine Befürchtungen eintreffen. Sie erfasst, wie schnell dieser Zustand anspringt und wie lange er bleibt.
Die Facette gehört zum Neurotizismus, der Dimension für negative Emotion insgesamt. Ängstlichkeit ist ihre nach vorn gerichtete Hälfte: sie feuert vor dem Ereignis, nicht danach. Jemand kann hier hoch und bei Reizbarkeit niedrig liegen, und genau deshalb verdeckt eine einzelne Neurotizismus-Zahl mehr, als sie zeigt.
Die Werte beschreiben eine Grundlinie, keinen Moment. Wer auf ein Biopsieergebnis wartet, ist ängstlich, ganz gleich mit welchem Temperament. Diese Facette beschreibt den Zustand, in den du zurückkehrst, wenn nichts Besonderes passiert, und diese Grundlinie bleibt über Jahre stabil.
In der Forschungsliteratur behält die Skala meist den Namen Ängstlichkeit, in älteren Arbeiten taucht dasselbe Gebiet als Trait-Angst auf. Der Wortlaut des IPIP-NEO folgt den frei verfügbaren Items von Johnson und keinem kommerziellen Fragebogen.